Ein kleiner Brot-Knigge (gemäss der Empfehlungen des Arbeitskreis Umgangsformen International)
Wissen Sie, was man sich bei unseren Nachbarn in Frankreich und Italien erzählt:
Woran erkennst du die Deutschen im Restaurant?
Daran, dass sie sich ihr Brot bestreichen und dann davon abbeißen!
Was hier als bissiger Knigge Witz dargestellt wird, entspricht bedauerlicherweise in vielen (Knigge-) Fällen der Wahrheit.
Gerade in Deutschland ist es bedauerlicherweise noch immer verbreitet, zum Mittag- und Abendessen das bereitgestellte Brot zu bestreichen und davon abzubeißen.
Aus Business-Knigge Sicht wenig empfehlenswert, sagt der Arbeitskreis Umgangsformen International AUI.
Wie geht es nun richtig?
Beginnen wir mit der Ausnahme, dem Frühstück: Beim Frühstück ist es durchaus „knigge-gerecht“, dass Sie das Frühstücksbrot mit Ihrem Lieblingsbelag bestreichen und dann aus der Hand verzehren, indem Sie abbeißen. Gleiches wie für Brot gilt auch für Brötchen, die Sie gerne halbieren und dann bestreichen dürfen.
Anders ist die Knigge-Empfehlung des Arbeitskreises Umgangsformen International jedoch, wenn Brot oder Brötchen zu Mittag- oder Abendessen gereicht werden.
In diesem Fall finden Sie links neben Ihrem Teller einen kleinen Brotteller und ein kleines Brotmesser. Mit dem Brotmesser nehmen Sie aus der bereitgestellten Butter (manches Mal steht hier auch Schmalz oder ein anderer Brotaufstrich) eine Portion heraus und geben diese auf Ihren Brotteller.
Dann nehmen Sie sich ein Stück Brot auf Ihren Brotteller und brechen davon ein kleines Stück ab. Dieses Stück bestreichen Sie und verzehren es ohne abzubeißen.
Das heißt Sie brechen immer einen Brocken ab, bestreichen diesen und verzehren ihn, bevor Sie sich das nächste Stück abbrechen - das nennt sich auch die “Bröckchen-Technik”.
Ein Bestreichen der abgebrochenen Stücke auf Vorrat ist also auch nicht empfehlenswert - es sei denn, Sie heissen “Stromberg” und arbeiten in Finsdorf …
Und was sagt der Brot-Knigge, wenn belegte Brote gereicht werden?
Belegte Brote (zum Beispiel mit Käse, Wurst oder Schinken) werden nach Empfehlen des Arbeitskreises Umgangsformen International immer mit der Hand gegessen und nicht mit Messer und Gabel.
Lediglich wenn es sich um große Brotscheiben handelt und der Gastgeber diese nicht in der Mitte durchgetrennt hat, empfiehlt es sich die Brotscheibe einmal in der Mitte durchzuschneiden und dann mit der Hand zu verzehren.
Auch wenn zu einem gepflegten Essen traditionell Brot gereicht wird, so bedenken Sie bitte, dass dieses nicht zum „satt essen“ gedacht ist. Mancher Gastgeber würde ein zu engagiertes Zugreifen beim Brot sogar so deuten, dass Ihnen das von ihm zubereitete Essen nicht schmeckt. Und das wollen Sie als Business-Knigge geschulter Mensch doch nicht, oder ?
Und noch ein Bonus zum Abschluss:
Gerade in italienischen Restaurants finden Sie häufiger ein Schälchen mit Olivenöl und Aceto Balsamico (Balsamessig) in der Tischmitte. In dieses Schälchen dürfen Sie auch gemäß Knigge-Empfehlung getrost Ihr Brot tunken (das abgebrochene Bröckchen und nicht das ganze Stück !) und dieses dann verzehren. Diese Sitte stammt noch aus dem Mittelalter. Damals gab es keine Möglichkeit Brot zu konservieren, deshalb wurde das Brot zwangsläufig sehr hart. Die einzige Möglichkeit, dieses Brot noch zu verzehren, war es dieses in Olivenöl zu tauchen, damit es wieder weich wurde. Schmeckt gut und entspricht den Business-Knigge Empfehlungen … was wollen wir mehr ?
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Eine Liste der bereits zertifiziertenAUI Trainer / Trainerinnen finden Sie auf dieser Website, unter diesen ist auch der Autor dieses Artikels Alexander Plath (www.alexanderplath.com) .
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on Dez 15th, 2009 at 13:40
Danke. Es gibt doch immer noch etwas zu lernen. Auch wenn es Kleinigkeiten gibt. So habe ich das mit den beiden Schälchen in der Tischmitte schon instinktiv richtig gemacht. Ein besseres Gefühl ist es aber es zu wissen.